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Peaks of the Balkans 2018 – Teil 4: Çerem, Valbonë und Shkodër

Wanderung nach Çerem

Der Morgen in Dobërdol kam bei mir etwas früher, da um 5:30 Uhr die Kühe direkt neben unserer Hütte als Hahnersatz dienten. Aber so konnte ich den Sonnenaufgang genießen, die Fütterung der Kälber mit ansehen und zuschauen, wie die Kühe auf die Weide getrieben wurden.

Der Weg von Dobërdol nach Çerem war eher entspannend. Den größten Teil ging es bergab, einzig der Weg über den Aljuci-Pass ging noch einmal bis auf etwas über 1900 Meter hoch. Die größte Aufregung entstand, als Adriatik dachte, wir hätten eine Edelweiß-Blume (er nannte es „Alpine Star“, also „Alpenstern“) gefunden, und spurte mal eben eine ganze Strecke wieder bergab – nur um dann enttäuscht festzustellen, dass es keine ist. Ansonsten gab es hauptsächlich viel Wald und um uns herum die Berge zu sehen.

Viel Wald um uns herum.
Viel Wald um uns herum.

Dobërdol ist ausgeschildert.
Dobërdol ist ausgeschildert.

Gegen 13 Uhr machten wir kurz vor der montenegrinischen Grenze eine Pause bei einer kleine Hütte, bei der wir etwas zu Trinken bekamen und unser Wasser auffüllen konnten. Über den Aljuci-Pass betraten wir dann Montenegro, nur um es drei Kilometer später wieder zu verlassen. Die ganze Zeit über schien die Sonne und es ließ sich sehr angenehm laufen. Auch Zwischendurch hatten wir eine Pause auf einer schönen Ebene, auf der wir die Wälder und Berge der Umgebung anschauen konnten.

Rast mit herrlicher Aussicht.
Rast mit herrlicher Aussicht.

Die Sonne verschwindet hinter den Bergen.
Die Sonne verschwindet hinter den Bergen.

3,5 Kilometer vor dem Ziel stoppte Adriatik uns und verschwand in einer kleinen Hütte am Wegesrand. Nach einiger Zeit kam er heraus und hatte für jeden von uns ein Armband mit den Buchstaben POB („Peaks Of Balkan“) in der Hand. Dies war und ist ein sehr schönes Andenken an unsere gemeinsame Wanderung.

Unser Andenken an „Peaks of the Balkans“.
Unser Andenken an „Peaks of the Balkans“.

In Çerem kamen wir bereits gegen 16 Uhr im Gästehaus Kujtim Goçaj an. Die Zweibettzimmer waren sehr angenehm, die Gemeinschaftsdusche und -toilette störte weniger, Strom gab es leider keinen, aber wir wollten ja sowieso nicht ewig wachbleiben. Am Abend warf ich nur noch einen Blick auf den hellen, roten Lichtpunkt am Horizont, denn der Mars war in den Sommermonaten besonders gut zu beobachten.

Unser Zimmer im Gästehaus Kujtim Goçaj.
Unser Zimmer im Gästehaus Kujtim Goçaj.

Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Strecke 16,9 km
Höchster Punkt 1926 m
Höhenmeter 500 m auf, 1100 m ab

Letzter Wandertag nach Valbonë

Adriatik fragte uns am Morgen, ob wir die etwas anspruchsvollere Route oder eher die leichte wählen wollen. Meine Erkältung war immer noch nicht weg und die Blasen ebenso nicht. Aber auch die anderen bevorzugten eher die leichtere Route von Çerem nach Valbonë. Dementsprechend gibt es auch eher wenig zu berichten.

Ein Schaftransporter.
Ein Schaftransporter.

Der Weg führte durch zahlreiche Wälder und Büsche, von der Aussicht konnten wir deswegen wenig genießen. Am schönsten war der Weg interessanterweise als wir gegen 12 Uhr auf die Straße nach Valbonë trafen. Leider war wegen des Baus einiger Wasserkraftwerke der Wanderweg gesperrt, sodass wir direkt durch die Baustelle laufen mussten. Unbeschadet überstanden liefen wir auf der Straße weiter gen Stadt. Eigentlich wollte Adriatik uns ein Taxi rufen, aber zum einen war es sehr früh und zum anderen die Landschaft mit etwas freierer Sicht schöner, sodass wir auf der Straße blieben.

Wälder und Berge.
Wälder und Berge.

Nach einer viertel Stunde fanden wir am benachbarten Fluss eine nette Stelle für ein Picknick. Während Adriatik mit einer anderen Person unserer Gruppe unbedingt durch das eisige Wasser ans andere Flussufer in den Schatten waten wollten, blieben wir lieber auf der sonnigen Seite. Neue Freunde fanden wir auch: Eine Kuh besuchte uns und versuchte unsere Taschen aufzufressen. Und ich erhielt Besuch von einem Schmetterling oder Falter, der sich partout nicht abschütteln ließ.

Die Kuh sucht im Rucksack nach Essen.
Die Kuh sucht im Rucksack nach Essen.

Besuch von einem Schmetterling.
Besuch von einem Schmetterling.

Zwei Stunden später und vier Kilometer vor dem Ziel führte uns Adriatik zu einer zweiten schönen Raststelle, wo wir auf einer Brücke die Beine im Schatten baumeln lassen konnten. Es war alles in allem eine sehr ruhige Wanderung. Die größte Aufregung gab es an einem Kiosk in Valbonë. In den Bergen sahen wir in weiter Entfernung etwas Hellbraunes durch die Bäume stapfen. Adriatik war der Überzeugung, dass es sich um einen Luchs handelt oder sogar einen Bär und lief mit den anderen näher heran. Als sie zurückkamen, konnten wir dann deutlicher sehen, dass es sich nur um eine verirrte Kuh handelte, was zur allgemeinen Erheiterung beitrug.

Gemütlicher Rastplatz am Fluss.
Gemütlicher Rastplatz am Fluss.

Valbonë von Bergen umringt.
Valbonë von Bergen umringt.

Gegen 16 Uhr waren wir am Ziel in Valbonë, im Gasthaus Kol Gjoni. Ein freundlicher, älterer Mann mit tiefer Stimme begrüßte uns. Wir fanden es sehr witzig, als wir herausfanden, dass wenn man bei der Google-Bildersuche nach „Albanien Mann“ sucht, der dritte Treffer genau unser Gastgeber war. Die Unterkunft hat mir sehr gut gefallen, schön eingerichtet und mit warmer Dusche. Zum Abendessen gab es Ziege, die sehr gut geschmeckt hat.

Gasthaus Kol Gjoni.
Gasthaus Kol Gjoni.

Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Strecke 14,0 km
Höchster Punkt 1161 m
Höhenmeter 300 m auf, 495 m ab

Auf dem Koman-See nach Shkodër

Die Wanderung war vorbei, aber irgendwie mussten wir ja wieder zurück in die Zivilisation kommen. Eine Möglichkeit wäre das Auto gewesen, viel schöner ist aber ein Bootsfahrt über den Koman-Stausee. Es gibt mehrere Boote. Wir entschieden uns für das etwas größere – und etwas spätere um 9 Uhr, sodass wir etwas länger schlafen konnten.

Unser Fähre von Fierzë nach Koman.
Unser Fähre von Fierzë nach Koman.

Die kleinere Variante zum Übersetzen.
Die kleinere Variante zum Übersetzen.

Immerhin fuhren wir nicht damit.
Immerhin fuhren wir nicht damit.

Die Fähre startet in Fierzë und bietet auf dem Oberdeck überdachte Sitzplätze. Rund um uns herum waren viele Einheimische, von denen ein paar mit Laptop und Lautsprecher ausgerüstet, das Schiff zu einem Partyboot umfunktionierten und einige nationale Lieder spielten. Die Fahrt auf dem Stausee mit den hohen Bergen rechts und links ist recht eindrucksvoll. Zugegeben hält der Eindruck aber keine zwei Stunden, die die Überfahrt bis nach Koman dauert. Dennoch gefiel mir die Überfahrt, auch wenn das Wandern über die Berge sicher mehr Spaß gemacht hätte.

Die Schluchten …
Die Schluchten …

… auf dem Koman-Stausee …
… auf dem Koman-Stausee …

… sind sehr schön.
… sind sehr schön.

Mit dem Auto ging es dann von Koman weiter bis nach Shkodër, wo wir im Rose Garden Hotel untergebracht waren. Sehr lustig war, dass unser Guide Adriatik zwar jeden Stein und jeden Baum in den albanischen Alpen kennt, sich aber selbst mit Navi in der Stadt verlief. Mit Adriatik gingen wir danach noch in einem Sea-Food-Restaurant essen, mussten uns dann aber auch von ihm verabschieden. Es war eine wirklich schöne und tolle Zeit mit ihm.

Mutter-Teresa-Denkmal in Shkodër.
Mutter-Teresa-Denkmal in Shkodër.

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