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Buch: Tagebuch von Anne Frank

Titel Tagebuch
Autor Anne Frank
Sprache Deutsch
Genre Historische Aufzeichnung
Verlag Fischer, 2012
Seitenanzahl 316

In der Schule stand Anne Franks Tagebuch bei mir nicht auf dem Lehrplan. Als wir kürzlich in Amsterdam waren, haben wir es zwar nicht ins Anne-Frank-Haus geschafft, weil es keine Tickets mehr gab, aber es regte mich zumindest an, Annes Tagebücher zu lesen.

Anne Franks Geschichte ist den meisten vermutlich im Ansatz bekannt: Anne wurde 1929 in Frankfurt geboren. Als die NSDAP in Deutschland die Führung übernahm, zogen die Franks 1933 nach Amsterdam. 1940 besetzten die Deutschen die Niederlande. Und als die Gesetze für Juden immer schlimmer wurden, versteckte sich die Familie Frank 1942 in einem Hinterhaus in Amsterdam. Hier schrieb Anne Frank ihr Tagebuch und hielt die Ereignisse fest.

Anne schrieb aber gar nicht so viel über die politische Lage im Land, sondern vertraute ihrem Tagebuch, welches sie Kitty nannte, viele persönliche Dinge an. So erfährt man sehr viel über das Leben im Hinterhaus und wie Anne dazu steht, ebenso wie die teils schwierigen Beziehungen zu den anderen Bewohnern und ihrer Familie. Sehr gut kann man den heranwachsenden Teenager in Annes Aufzeichnungen wieder erkennen, der versucht, sich von den Eltern abzukapseln und eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Hierbei kann man auch eine Wandlung in Anne selbst sehen. Sie beginnt später ihr zuvor Geschriebenes zu reflektieren und anders zu bewerten. Und aus dem rechthaberischen Kind wird ein Mensch, der sich auch manchmal selbst hinterfragt.

Sehr interessant fand ich die kurzen Auszüge, aus dem Leben der Niederländer und Deutschen außerhalb des Hinterhauses, welche manchmal von außen zugetragen wurden. Vor allem die Probleme mit der Nahrungsmittelversorgung sieht man in den zwei Jahren der Aufzeichnungen sehr gut. So gab es am Anfang noch Kuchen, Obst und Milch, wohingegen es 1944 nur noch Salat und verfaulte Kartoffeln im Hinterhaus zu Essen gab. Zwei Jahre in einem Haus eingesperrt zu sein und bei jedem Ton Angst haben zu müssen, entdeckt und deportiert zu werden, kann ich mir nicht vorstellen. Aber Annes Beschreibungen bringen das Gefühl zumindest nahe.

Das Buch ist in einem Stil geschrieben, dass ich kaum glauben konnte, dass die Worte aus der Feder einer 13- bis 15-Jährigen stammen. Sprachlich sehr gut, mit vielen Details und interessanten und beeindruckenden Vergleichen, musste ich mir beim Lesen immer wieder klar machen, dass es sich um keinen fiktiven Roman handelt, sondern um die Aufzeichnungen eines realen Menschen, der dies in den Kriegsjahren erlebt hatte und am Ende in einem Konzentrationslager sterben musste.

Für mich zählt Anne Franks Tagebuch nach dem Lesen zu einer Pflichtlektüre und in der Schule sollte das Buch auf alle Fälle behandelt werden. Wobei ich weiß, dass mein Interesse als Schüler eher nicht bei der Schullektüre lag. Ganz im Gegenteil hat die aufgezwungene Literatur manchmal sogar dazu geführt, ein gutes Buch nicht zu mögen. Insofern ist es vielleicht gut, dass ich das Buch erst im Erwachsenenalter gelesen habe.

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