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Urlaub am Bodensee 2020

In der derzeitigen Corona-Krise mit erneut steigenden Fallzahlen im Herbst ist an einen regulären Urlaub kaum zu denken. Umso schöner war es, dass wir Ende September eine Woche am Bodensee verbringen konnten.

Unteruhldingen

Unsere Unterkunft war in Unteruhldingen, keine fünf Minuten vom Hafen und den Pfahlbauten entfernt. Der kleine Hafen ist sehr schön, bei gutem Wetter hatten wir einen fantastischen Ausblick über den Bodensee auf die Alpen. Weiter nordöstlich gibt es auch eine Liegewiese mit Strandzugang, nur war das Wetter und die Wassertemperatur nicht gerade badegeeignet.

Aussicht auf die Alpen
Aussicht auf die Alpen

Größte Attraktion in Unteruhldingen sind die rekonstruierten Pfahlbauten aus Stein- und Bronzezeit. Das Pfahlbaumuseum stellt dabei einige Häuser aus der damaligen Zeit mit Auszügen des täglichen Lebens dar – zumindest so, wie sich die Forscher die damalige Zeit vorgestellt hat. Wegen Corona hatte das Archaeorama leider geschlossen, eine 360-Grad-Projektion der Unterwasserwelt. Und auch der Infofilm wurde nicht gezeigt. Dafür gab es Erklärer, die uns einzelne Stücke gezeigt und Fragen beantwortet haben.

Pfahlbauten in Unteruhldingen
Pfahlbauten in Unteruhldingen

Circa drei Stunden haben wir im Pfahlbaumuseum verbracht, dabei haben wir aber nicht gehetzt und alles in Ruhe angeschaut. Mir hat das Freilichtmuseum sehr gut gefallen, allein wegen der Besonderheit, dass ich die ganze Zeit über dem Wasser laufen kann. Die Wege sind auch barrierefrei (wenn auch etwas holprig), nur der Zugang zum Inneren der Häuser bleibt den Menschen, die gut zu Fuß sind, vorbehalten.

Pfahlbauten in Unteruhldingen
Pfahlbauten in Unteruhldingen
Pfahlbauten in Unteruhldingen
Pfahlbauten in Unteruhldingen

Nordöstlich von Unteruhldingen befinden sich die Basilika Birnau. Von Unteruhldingen sind wir an einem Naturschutzgebiet, Obstgärten und einer Kirche vorbei und dann den kleinen Hügel hinauf gelaufen. Leider führt der Weg nur durch Wald bzw. an Feldern vorbei, sodass es sich für uns nicht wirklich wie am Bodensee anfühlte. Die Kirche ist recht hübsch, auch von innen. Schöner fand ich aber die Aussicht von dort über den Bodensee auf die Insel Mainau.

Basilika Birnau
Basilika Birnau
Blick auf den Bodensee
Blick auf den Bodensee

Es gibt noch weitere Museen in Unteruhldingen, wie das Reptilienhaus oder das Auto- und Traktor-Museum. Beide haben wir aber nicht besucht.

Meersburg

Durch Meersburg (nicht zu verwechseln mit Merseburg) bin ich bereits 2012 auf meiner Radtour in die Schweiz gefahren. Damals habe ich mir die Stadt aber nicht näher angeschaut, was ich jetzt nachholen konnte.

Von Unteruhldingen gibt es mehrere Wege nach Meersburg. Wir sind die Bergstraße hochgelaufen, was uns anfangs einen schönen Blick auf den Bodensee bot. Leider wich die Aussicht leider bald dem Wald, sodass wir bis Meersburg den Bodensee auch nicht mehr sahen. Erst dort bot sich in der Anhöhe über den Weinbergen wieder ein schöner Anblick auf die Mainau und Konstanz. Auch für einen Kinderwagen war der größtenteils geschotterte Weg nicht so gut geeignet. Das Schieben ging zwar, aber war schon anstrengend. Wer den See genießen will, sollte daher eher dem Weg am Bodensee entlang folgen. Der ist meist geteert, wobei es kleine Abstecher zum Strand gibt. Diesen sind wir auch zurückgelaufen, was entspannender war.

Bodensee am Weinhang
Bodensee am Weinhang
Uferweg am Bodensee
Uferweg am Bodensee

In Meersburg sind wir durch die Stadt gelaufen, haben uns den Marktplatz und die Burg von außen angeschaut. Den längsten Aufenthalt hatten wir an der Promenade, wo wir sehr gut im Restaurant Seepromenade essen waren. Danach konnten wir auch noch mit einem Eis auf einer Bank entspannen. Als Tagesausflug zu Fuß lohnt sich Meersburg von Unteruhldingen auf alle Fälle. Es waren in Summe ca. 10 km Wanderung.

Burg in Meersburg
Burg in Meersburg
Meersburger Seepromenade
Meersburger Seepromenade

Konstanz

Bei unserem Besuch in Konstanz regnete es leider anfangs bzw. war sehr kühl. Das war aber okay, da wir nur ins Sea Life wollten. Hierfür benötigten wir inzwischen vorab ein Online-Ticket mit festem Zeitslot, zu dem wir eingelassen wurden. Eigentlich wollten wir die Autofähre von Meersburg nach Konstanz nehmen, aber aufgrund eines Tarifstreiks fuhren die Fähren an dem Tag nicht. Also umkurvten wir den Bodensee im Norden. Da wir vor dem Einlass noch etwas Zeit hatten, gingen wir zum Hafen (unter anderem zur Imperia) und schlenderten etwas durch die Innenstadt. Konstanz ist als Stadt sicherlich schön, mit etwas Sonne aber bestimmt noch etwas angenehmer.

Imperia im Konstanzer Hafen
Imperia im Konstanzer Hafen

Da ich schon einmal in Sea Life (in Königswinter, 2014) war, kam mir vieles bekannt vor. Von der Aufmachung her fängt es bei den heimischen Gewässern (konkret dem Bodensee) an und wird immer größer bis wir Meeresschildkröten und Rochen sowie Pinguine anschauen konnten. Wie auch in Königswinter waren wir in ca. einer Stunde bereits durchgelaufen, mit größeren Kindern, die Interesse an den vielen Stationen haben, dauert es aber sicherlich etwas länger. Trotz Corona und Einlassbeschränkungen war es stellenweise sehr gedrängt. Für gut 16 Euro war die Erfahrung aber ganz okay.

Fische im Sea Life
Fische im Sea Life
Pinguine im Sea Life
Pinguine im Sea Life

Im oberen Teil des Gebäudes gibt es zusätzlich noch eine naturwissenschaftliche Ausstellung. So wird die Entstehung des Bodensees gezeigt, die Trinkwasserversorgung des Sees in Baden-Württemberg, aber auch verschiedene (ausgestopfte) Vögel und Tiere. Vor allem die Suchschaukästen, in denen wir verschiedene kleine Tiere und Insekten finden mussten, haben mir Spaß gemacht.

Naturkundemuseum im Sea Life
Naturkundemuseum im Sea Life

Mainau

Unser letzter, großer Ausflug ging auf die Blumeninsel Mainau. Eine Fähre setzt direkt von Unteruhldingen zur Mainau über und kostet nur etwas mehr als 10 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Am Fahrkartenhäuschen konnten wir auch gleich noch ein Ticket für die Mainau buchen, was ganz praktisch war, da es für die Mainau ebenfalls Zeitslots gibt und die Anzahl der Besucher begrenzt ist. Der Eintritt auf die Insel ist mit 22 Euro pro Person nicht gerade preiswert.

Der Bodensee aus Blumen
Der Bodensee aus Blumen

Mit ca. drei Kilometern Rundweg bietet die Mainau auf 45 Hektar zahlreiche Blumen und Pflanzen. Als wir dort waren, war beispielsweise gerade Dahlien-Schau und -Wahl, bei der wir hunderte verschiedener Dahlien-Züchtungen bewundern konnten. Selbst Nicht-Blumen-Liebhaber finden Gefallen an der Farbpracht und Vielfältigkeit.

Dahlienschau auf der Mainau
Dahlienschau auf der Mainau
Italienische Blumen-Wasser-Treppe
Italienische Blumen-Wasser-Treppe

Wir liefen quer über die ganze Insel und schauten uns diverse Blumen, Bäume und sonstige Pflanzen an. Auch der Besuch im Streichelzoo mit Ziegen, Esel und einem Alpaka war interessant. Am Bodensee-Ufer, aber auch zwischendurch immer wieder, gibt es vereinzelt Bänke, auf denen sich die Besucher entspannt haben. Wir hatten eine Picknick-Decke dabei und diese bei schönstem Sonnenschein am Ufer ausgebreitet.

Fontäne im Wasser
Fontäne im Wasser
Riesen am Teich
Riesen am Teich

Auch wenn ich mit Blumen wenig anfangen kann, mag ich die Natur und die Freiheit und allein deswegen hat sich der Besuch der Insel Mainau für mich gelohnt. Der Sonnenschein den ganzen Tag über hat sicherlich auch dazu beigetragen. Jedenfalls haben wir ohne Hetze aber auch ohne Langeweile knapp fünf Stunden auf der Insel verbracht, sodass sich der Eintrittspreis wieder rentiert hat.

Kakteen im Palmenhaus
Kakteen im Palmenhaus

Fazit

Eine Woche Bodensee ging schnell vorbei, war aber auch sehr schön. Es gibt um den See herum viel anzuschauen und zu erkunden. Dabei haben wir ja nur einen kleinen Teil besucht. Prinzipiell kann man mit der Fähre auch sehr schnell und einfach in die Schweiz oder Österreich übersetzen. Am besten hat mir der Besuch auf der Insel Mainau gefallen, der ich gerne zur Sommersaison noch einmal einen Besuch abstatte.

Blick auf den Bodensee
Blick auf den Bodensee

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