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Bericht von der Spielemesse in Stuttgart 2013

Einen Monat nach der Spielemesse in Essen findet aktuell auch die Spielemesse in Stuttgart statt, auf der ich mich gestern umgeschaut habe. Von 10 bis 18 Uhr waren die Stände offen und an den Spieletischen der verschiedenen regionalen Spielegruppen konnte sich jeder Spielbegeisterte verschiedene Spiele erklären lassen und diese auch spielen. Auf der großen Spieleinsel blieb die Messe sogar bis 22 Uhr geöffnet, was einen schönen Spieleabend ergab.

Standtechnisch ist Stuttgart aber wie jedes Jahr eher enttäuschend. Es gibt nur sehr wenige Spieleverlage, die nach Stuttgart kommen, was einen Monat nach Essen auch nicht so verwunderlich ist. Die zahlreichen Spieletische reißen es dann aber wieder heraus.

Eldritch Horror

Eldritch Horror ist ein Spiel aus der Arkham-Reihe und wird als kleiner Bruder von Arkham Horror angesehen.

In dem kooperativen Spiel übernimmt man die Rolle eines Ermittlers, der zusammen mit den anderen weltweit Phänome untersucht, bei dem sich Tore aus einer anderen Dimension öffnen und Monster aus dem Cthulhu-Mythos auf der Erde erscheinen lassen. Die Aufgabe ist es, die Monster zu bezwingen und alle Tore zu schließen, bevor einer der Großen Alten auf die Erde zurückkehrt und alles verschlingt.

Eldritch Horror ist ein eher komplexes Spiel, auch wenn es einfacher sein soll als Arkham Horror. Man muss sich in der Gruppe schon gut abstimmen, um alle Aufgaben zu erfüllen und niemanden sterben zu lassen. Und obwohl man nicht so viele Aktionen zur Auswahl hat, dauerten die zwei Spielrunden bei uns etwa eine Stunde, was auch die lange Spielzeit von ca. 3 Stunden erklärt.

Das Spiel ist nicht schlecht, wenn man kooperative Spiele und den Cthulhu-Mythos mag, aber für mich liefert das Spiel für diese lange Spielzeit einfach zu wenig Abwechslung.

Eldritch Horror
Eldritch Horror

Firefly

Die Serie Firefly habe ich bereits in meinem Blog empfohlen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass es dieses Jahr ein Brettspiel zur Serie gab. Auf der anderen Seite habe ich mich auch davor gefürchtet, da Brettspielumsetzungen von Serien oder Filmen oft böse enden (siehe unten).

In „Firefly: The Board Game“ übernimmt man die Rolle des Captains einer Firefly (so nennt sich die Raumschiffklasse). Im Weltraum fliegt man durch verschiedene Planetensysteme und nimmt auf den einzelnen Planeten mehr oder weniger legale Aufträge an, was beim einfachen Transport von Ladegut anfängt und bei Schmuggeln von Flüchtlingen aufhört. Auf der Reise heuert man eine Crew an, rüstet diese mit hilfreichen Gegenständen aus und verbessert sein Raumschiff.

Firefly – Spielbrett.
Firefly – Spielbrett.

Ich habe ein komplettes Spiel mit zwei Leuten, die das Spiel schon kannten, gespielt. Und erstaunlicherweise ist es sehr gut. Die Aufträge kann man sich bei verschiedenen Auftraggebern abholen und sind schon sehr unterschiedlich, was die Anforderungen oder Art des Auftrags angeht. Bei der Reise durch den Weltraum gibt es Zufallsbegegnungen, die zwar manchmal hinderlich sein können, aber in der Regel niemals dafür sorgen, dass jemand zu stark zurückfällt.

Auch für Nicht-Firefly-Kenner ist das Spiel gut geeignet, da die Fähigkeiten und Eigenschaften der Crew-Mitglieder zwar sehr gut auf die echte Rolle in der Serie passen, aber das Spiel sich auch ohne dieses Wissen gut spielt. Und obwohl wir etwas mehr als zwei Stunden gespielt haben, kam keine Langeweile auf. Teilweise konnten wir sogar parallel spielen, wenn man z.B. nur Aufträge angenommen/ausgeführt hat oder Einkaufen war, da dies die anderen Spieler nicht negativ beeinflusst.

Firefly – Schiff und Crew.
Firefly – Schiff und Crew.

Ich werde „Firefly“ im Blick behalten, bei Heidelberger soll es nächstes Jahr eine deutsche Version geben.

Wer ein semi-kooperatives Weltraumspiel auf Basis einer Serie sucht, ist im Übrigen mit Battlestar Galactica sehr gut beraten. Der Einstieg ist zwar etwas anspruchsvoll und die Aktionsmöglichkeiten vielfältig, aber die Diskussionen, wer der Verräter (Zylon) ist, machen extrem viel Spaß.

Ascension – Rise of Vigil

Ascension habe ich bereits im Blog vorgestellt. Vor Essen erschien die dritte Grundbox plus Erweiterung auf Englisch, wie im Messebericht zu lesen ist. Ich habe Ascension: Rise of Vigil bei einer Freundin schon einige Mal gespielt und konnte es in Stuttgart daher einer anderen Spielegruppe erklären.

Durch die neue Ressource Energie verändert sich das Spiel enorm – in meinen Augen nicht zum besseren. Man baut sich eigentlich kein passendes Deck mehr auf, sondern wählt grundsätzlich das Monster oder den Helden in der Auslage, der die meisten Energiesteine als Schatz mitbringt. Die eigentlich Spielkarten werden dabei fast zur Nebensache. Daneben ist es sehr zufallsbedingt, wie viele Schätze unter einem Monster/Helden liegen, so dass einige Spieler ohne Ende Energie in ihrem Deck sammeln können und der Rest leer ausgeht. Das führt dazu, dass die Punktedifferenz am Ende enorm werden kann, was aber nicht auf eine gute Taktik der Spieler zurückzuführen ist.

Ich weiß nicht, ob ich mir „Aufstieg des Vigil“ plus die Erweiterung wirklich kaufen werden. Der Mehrwert hält sich stark in Grenzen.

Spyrium

Spyrium stand auch auf meiner Spieleliste für Essen, aber wir kamen nicht dazu. Es handelt sich um ein Worker-Placement-Spiel mit Mehrheitenmechanismus. In den sechs Runden liegen jeweils neun Gebäude (blau), Patente (grün) und Personen aus. Man setzt seine Arbeiter zwischen zwei Karten, um diese später zu kaufen oder ihre Fähigkeiten zu nutzen.

Es gibt bei dem Spiel so gut wie keinen Zufall. Zwar werden die neun Karten jede Runde zufällig gezogen und ausgelegt, aber danach entscheidet nur noch das geschickte Einsetzen der Arbeiter darüber, welche Gebäude man bekommt, was man an Geld verdient oder wie viel Spyrium man produziert. Fast alles kann man irgendwie in Siegpunkte wandeln, sodass es verschiedene Strategien gibt, das Spiel zu gewinnen, was mir sehr gut gefallen hat.

Spyrium ist ein sehr schönes und vor allem simples Worker-Placement-Spiel, welches sowohl für Familien (mit etwas Anspruch) als auch Vielspieler geeignet ist. Hier könnte ich mir vorstellen, es in meine Sammlung aufzunehmen.

Spyrium.
Spyrium.

Pelican Bay

Pelican Bay wollte ich schon lange einmal testen. Es handelt sich um ein Legespiel, bei dem jeder Spieler abwechselnd zufällig gezogene Blättchen an eine Insel anlegt, um dort die Gebiete Wasser, Wald oder Strand zu vergrößern. Für das Vergrößern gibt es Punkte, die bis zum Spielende aufsummiert werden.

Das Spielprinzip erinnert sehr stark an Carcassonne, nur dass der Einsatz von Arbeitern entfällt. Pelikan Bay spielt sich dabei etwas einfacher und noch etwas zufälliger, hat mir aber als Familienspiel sehr gut gefallen. Dafür sind die Regeln ziemlich simpel (mit zwei kleinen Ausnahmen) und schnell erklärt (auch wenn das Regelheft teilweise unklar geschrieben ist).

Ein Haken hat das Spiel: Wenn ein sehr großes zusammenhängendes Gebiet entsteht, legen die Spieler nur noch an dieses an, damit jeder jede Runde ein Stück von diesen großen Kuchen einheimsen kann. Wer dort einmal nicht anlegen kann, fällt um 20 oder mehr Punkte zurück, die man nicht mehr aufholen kann. In unserem Testspiel passierte es, dass wir einen Strand mit mehr als 20 Blättchen hatten (siehe Bild unten). Effektiv versuchten wir jetzt nur noch dort anzulegen, da man so jede Runde 20 Punkte und mehr erhalten konnte. Das macht das Spiel dann leider etwas kaputt.

Pelican Bay
Pelican Bay

The Walking Dead

The Walking Dead ist eine sehr erfolgreiche TV-Serie in den USA über den Kampf von einigen Überlebenden gegen Zombies. So ist es auch kein Wunder, dass es (mal wieder) eine Brettspielumsetzung dazu gibt.

In dem nicht-kooperativen Spiel (was eher ungewöhnlich für ein Zombie-Spiel ist) müssen die Spieler ihre Figur zu den vier Eckpunkten des Spielbretts ziehen, dort und auf dem Wegen gegen Zombies kämpfen und zurück zum Camp in der Mitte gelangen. Wer das als Erstes schafft, gewinnt das Spiel.

Das Spiel ist extrem glücklastig. Man würfelt und muss exakt diese Felder in eine Richtung ziehen. Dann taucht dort zufällig ein Zombie oder andere Gefahr auf, der man sich stellen muss. Dafür kann man dann noch zuvor zufällig erhaltene Gegenstände einsetzen und würfelt dann noch einmal, um den Kampf zu bestehen. Effektiv könnte man auch einfach jeden Spieler 10x würfeln lassen und wer die höchste Summe erzielt, gewinnt das Spiel.

The Walking Dead.
The Walking Dead.

Als Familienspiel und für jüngere Spieler wäre es von der Spielmechanik gut geeignet, wenn das Thema nicht wäre. Ich finde das Spielbrett sehr hässlich, ebenso wie die Zombies und Bilder auf den Karten. Ein mehr comic- oder fantasyhafter Touch hätte nicht geschadet. Oder ein völlig anderes Thema, denn ein echtes Zombiegefühl kam nicht auf. Recht nett war zumindest, dass gestorbene Spieler als Zombie aktiv die Überlebenden jagen und nicht einfach nur zuschauen müssen.

Als alternatives, neueres Zombie-Spiel gibt es auch noch Zombicide, welches ich mir auch kurz angeschaut hatte. Die Mini-Figuren sehen klasse aus und es ist voll kooperativ. Leider haben sich die Spielbretter stark verbogen, was etwas stört. Das Spiel war aber zu groß, um sich einfach mal schnell einzulesen.

Ebenfalls von letztem Jahr ist City of Horror, dass ich aber noch nicht anschauen/spielen konnte.

Zombicide
Zombicide

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise von Kosmos ist das Spiel zum zugehörigen Film. Im Gegensatz zum Hobbit-Spiel von 2011 hat die Version sogar etwas Spaß gemacht.

Jeder Mitspieler muss versuchen Bilbo und einen seiner zwei Zwerge vom Start der Reise sicher bis zum Ende zu bringen. Durch das Ziehen von Karten tauchen Trolle, Wargs und Goblins auf, die die Abenteurer angreifen. Im Gegenzug hat man Handkarten, mit denen man kämpfen oder Bilbo bewegen kann.

Insgesamt war es ein nettes Spiel, aber leider auch nicht mehr. Als kooperatives Familienspiel ist es aber gut geeignet, denke ich. Wir haben leider die Regeln etwas falsch gespielt/ausgelegt, was dazu führte, dass wir das Spiel ca. in der Mitte verloren.

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise.
Der Hobbit – Eine unerwartete Reise.

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Kommentare

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Thomas am :

Hallo,

heute hat der Postbote uns Zombicide zugestellt. Natürlich ging es gleich ans Spielen... Etwas umfangreicher aber es macht einen riesen Spaß!

Leider bei mir das gleiche Problem: Direkt nachdem das Spielfeld aufgebaut wurde, haben die Platten angefangen sich extrems zu verbiegen! Das mindert den Spielspaß leider ein wenig. Man kann sie wieder etwas in Form biegen, das hält aber auch nicht lange an.

Werde die Felder jetzt mal über Nacht ordentlich mit Büchern beschweren und hoffe, dass das nur ein Effekt des Temperaturausgleichs ist.

Lieben Gruß...

march am :

Firefly ist ein Klasse Spiel. Danke. :)

Es gibt noch die Erweiterung "Schwerelos".

GLG

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