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Stuttgarter Spielemesse 2014

Dieses Wochenende findet in Stuttgart die Süddeutsche Spielemesse statt. Ein Vergleich zu Essen verbietet sich, da das Zielpublikum ein leicht anderes ist. So gibt bieten die ausstellende Verlage sehr viele Kinder- und Lernspiele an; die großen deutsche Verlage sind – wenn überhaupt – nur mit sehr kleinen Ständen vertreten.

Anlaufpunkt für mich sind deswegen eher die zwei Spiele-Inseln, die von lokalen Spielevereinen unterhalten werden. So kann man zahlreiche neue und alte Spiele ausleihen und testen. Mitunter findet sich auch ein Erklärer, der einem das Spiel erklärt, oft muss man aber – im Gegensatz zu Essen – sich selbst in das Spiel einlesen.

Five Tribes

Five Tribes ist ein Arbeiterwegnehmspiel (im Gegensatz zum Arbeiteinsetzspiel). Im Prinzip hat man ein Spielfeld voller Meeples. Man sucht sich ein Feld aus, nimmt alle Meeples darauf und darf diese so viele Felder bewegen wie man Figuren in der Hand hat. Auf jedem Feld, dass man betritt, muss man einen Meeple hinterlassen. Das letzte Feld mit dem letzten Meeple wird dann aktiviert. Zur Aktivierung gilt die Meeple-Farbe, die einen der fünf Stämme mit verschiedenen Eigenschaften darstellt.

Die Regeln von Five Tribes sind sehr simpel, dafür ist der strategische Wert extrem hoch. Am Anfang des Spiels hat man theoretisch 1614 Wahlmöglichkeiten, was man tut (theoretisch, weil nicht alle Züge gültig wären). Da ist es kein Wunder, dass man bei dem Spiel schnell in eine Analysis Paralysis kommt.

Wir haben das Spiel nur zu zweit gespielt, was von der Downtime ganz okay war, da man immer mitüberlegen kann. Zu viert stelle ich es mir aber extrem ziehend vor, wenn jeder der drei Mitspieler erst fünf Minuten lang nachdenkt. Das ist auch der Grund, wieso ich es mir nicht zulegen werde, obwohl es Spaß gemacht hat. Daneben ist mir der Preis mit 45 Euro für die Komponenten auch zu viel.

Ein schönes Spielvideo findet man bei Watch it Played. Dort in der „Schnellrunde“, die dann auch schon über eine Stunde zu zweit dauert.

Five Tribes
Five Tribes

Dead of Winter

Dead of Winter ist mein Spiel 2014, wenn es denn 2014 auch auf Deutsch erscheinen würde, was aktuell nicht so aussieht.

„Dead of Winter“ ist ein Endzeit-Spiel mit Zombies. Nach einer globalen Katastrophe herrscht überall tiefster Winter. Die meisten Menschen sind bereits gestorben und es gibt nur wenige Überlebende. Jeder Spieler steuert mehrere solcher Überlebenden in einer Kolonie. Gemeinsam heißt es Essen beschaffen, Zombies abwehren und ein das Spielziel verfolgen. So viel zum Koop, der zu einem Meta-Koop wird, weil jeder Spieler noch eine geheime Agenda hat, die er verfolgt. Denn wenn man als Gruppe überlebt hat, gewinnen nur die Spieler, die auch ihre persönlichen Ziele erfüllen konnten. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es ggf. auch noch einen Verräter, der gar nicht am Überleben der Kolonie interessiert ist.

„Dead of Winter“ ist kein reines Zombiespiel. Im Gegensatz zu Zombicide, Dark Darker Darkest oder Zombie 15 (siehe unten) steht bei „Dead of Winter“ das Überleben vor der Kälte und den eigenen Mitspielern an erster Stelle. Dass auch noch Zombies auftauchen ist ein nettes Gimmick, aber nicht essentiell für das Spielgefühl.

Auf Englisch ist das Spiel leider wegen der vielen Texte nur Englisch-Profis zu empfehlen. Das ist auch der Grund, wieso ich warte, bis Heidelberger das Spiel übersetzt. Dann ist es aber schon gekauft und ich freue mich auf das erste Spiel.

Um ein Gefühl für das Spiel zu bekommen, gibt es bei Watch it Played wieder ein schönes Spielevideo (in vier Teilen), das ich nur empfehlen kann.

Dead of Winter
Dead of Winter

Hyperborea

In Hyperborea marschiert man mit seinen Armeen über das Spielfeld, entdeckt Städte und Ruinen und muss versuchen bis zum Spielende möglichst viele Schätze zu sammeln. Das klingt recht unspektakulär. Die Besonderheit ist die Bewegung und der Kampf der Armeen: In einem Beutel hat man Ressourcensteine, von denen man jede Runde drei zieht und auf seinem Spielertableau platzieren muss. Erfüllt man bestimmte Kombinationen, darf man die jeweilige Aktion nutzen.

Wir haben „Hyperborea“ nur angespielt, weil das Spiel nicht so recht überzeugte. Die Neuheit ist das Ziehen der Ressourcensteine und dass man darüber planen musste. Aber das Spiel entwickelt sich eher sehr behäbig und hat uns keinen Spaß gemacht.

Hyperborea
Hyperborea

Lords of Xidit

Lords of Xidit wollte ich unbedingt spielen. In dem Spiel steuert man seinen Helden durch Dörfer, in denen man Kämpfer rekrutiert, die dann gegen verschiedene Kreaturen und Monster kämpfen.

„Lords of Xidit“ hat zwei Besonderheiten: Die Bewegungen und Aktionen (Rekrutieren und Kämpfen) plant man im Voraus im Geheimen. Alle Spieler decken nach ihrer Planung gleichzeitig auf, was sie tun wollen und die Aktionen werden der Reihe nach abgearbeitet. Die zweite Besonderheit ist die Endwertung. Man kann Punkte machen über Geld, über Türme und über besetzte Gebiete. Wichtig ist aber, dass man sich nicht auf eine Sache spezialisiert, sondern überall gut ist bzw. etwas besser als der Schlechteste.

Mir selbst hat die Programmierung der Aktionen sehr gut gefallen. Es kann aber natürlich vorkommen, dass man zu spät bei einem Monster ist und jemand anderes das bereits weggeschnappt. Solche Züge sind dann fast völlig verloren und haben keinerlei Wert. Der Ärgerfaktor ist also hoch, zumal es keine Alternativen gibt, was man statt der geplanten Bewegungen und Aktionen machen kann. Sehr schön haben das Quinn und Paul von Shut Up & Sit Down zusammengefasst.

Die Endwertung hat mir ehrlich gesagt nicht so gut gefallen. Das liegt aber vor allem daran, dass sie anders ist als bei anderen Spielen. Es gibt also keine direkten Siegpunkte, sondern es geht nur darum, ob man irgendwo Letzter ist und aus der Wertung rausfliegt. Ich denke aber, dass sich das mit ein paar Mal spielen bessert.

Lords of Xidit
Lords of Xidit

Zombie '15

Danach haben wir mit unseren beiden „Lords of Xidit”-Mitspielern noch Zombie '15 gespielt, da sie es kennenlernen wollten und wir es von der Spielemesse in Essen bereits kannten.

Das Spiel hat mir mit normalem Spielbrett wesentlich besser gefallen. In Essen gab es ja ein ausgestelltes 3D-Demospielbrett mit echten Häusern und Autos etc., die schön aussahen, aber die Sicht versperrten und man auch nicht an seine Figur herankam. Mit normalen Spielbrett ist das kein Problem und der Hektikfaktor ist sehr angenehm, auch wenn wir am Ende noch fast drei Minuten Zeit übrig gehabt haben.

Subdivision

Subdivision ist der Nachfolger von Suburbia und hätten die Macher diesen elenden Würfel weggelassen, wäre vermutlich ein sehr gutes Spiel herausgekommen.

Effektiv hat jeder Spieler einen Spielplan mit leeren Hex-Feldern vor sich. Es wird gewürfelt und das Würfelsymbol gibt an, wo man bauen darf. Hierzu stehen jedem Spieler mehrere Plättchen zur Auswahl, von denen man eins wählt, einbaut und den Rest weitergibt (Drafting-Mechanismus). Durch das Anlegen werden alle bereits gelegten Gebäude um das neu angelegte herum ausgelöst und können ihre Sonderfunktion nutzen. Am Ende des Spiels bekommt man für die verschiedenen Plättchen Siegpunkte.

Ich denke, Subdivision hat Potential. Zum Ende hin habe ich gemerkt, was ich alles falsch gemacht und wie ich hätte besser bauen können. In der Hinsicht kann das Spiel überzeugen. Auch der Drafting-Mechanismus ist gut. Wo es nicht überzeugen kann, ist die Grafik, die ziemlich langweilig aussieht. Zusätzlich hatte wir bei der Endpunktwertung arge Probleme den Überblick zu bewahren. Am schlimmsten fand ich aber den Würfel. Man kann noch so gut planen, wie man möchte, wenn ein Symbol nicht kommt, kann man dort (per Standard) nicht bauen. Bei uns fiel z.B. kein einziges Mal ein Stern. Der Glücksfaktor ist also für ein Strategiespiel, was Subdivision eigentlich ist, viel zu hoch, was das Spiel kaputt macht.

Subdivision
Subdivision

Black Fleet

Black Fleet ist ein sehr schönes Spiel, wenn man sich und andere ärgern will – und alle dabei noch Spaß haben.

In seinem Zug steuert man durch das Ausspielen von Karten gleichzeitig sein Handelsschiff, sein Piratenschiff und ein neutrales Kriegsschiff. Das Handelsschiff macht Gewinn über den Verkauf von Waren. Das Piratenschiff kann andere Handelsschiffe angreifen und bestehlen und die Beute vergraben und das Kriegsschiff versenkt feindliche Piratenschiffe. Mit dem erworbenen Gold kann man Errungenschaften kaufen, die einem Vorteile bringen.

Bei „Black Fleet“ kann man sich wie gesagt sehr gut ärgern. Ständig wird das eigene Piratenschiff versenkt und Güter vom Handelsschiff gestohlen. Aber sobald man wieder an der Reihe ist, kann man sich revanchieren und das Gleiche tun, wodurch es einen schönen und lustigen Schlagabtausch gibt. Wenn man das Spiel nicht zu Ernst nimmt, macht es sogar Spaß, wenn das eigene Schiff versenkt wird.

Zulegen werde ich mir das Spiel aber wahrscheinlich nicht. Es hat zwar Spaß gemacht, war aber auch wieder schnell vergessen. Und für fast 45 Euro reicht mir die Spieltiefe nicht aus.

Black Fleet
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