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Südostasien und Umgebung 2018 – City of Angkor

Kambodscha allgemein

In Kambodscha wollten wir uns unbedingt Angkor nahe der Stadt Siem Reap anschauen. Die Tempelanlage gehört zu den beeindruckendsten der Welt und es wäre schade gewesen, wenn wir es nicht angeschaut hätten, wenn wir einmal „in der Nähe“ waren. Anfangs hatte ich noch überlegt der Stadt Battambang und den Fledermaushöhlen einen Besuch abzustatten. Aber die Reise mit dem Schiff/Bus nach Battambang und dann entweder zurück nach Siem Reap oder weiter über die Grenze nach Thailand hätte viel mehr Zeit gekostet als der direkte Flug von Siem Reap weiter nach Bangkok. So entschieden wir uns, „nur“ zwei volle Tage in Siem Reap zu bleiben.

Die Vorbereitung lief auch schnell. Dank der Seite des Auswärtigen Amts wussten wir, dass wir ein Touristen-Visum online über www.evisa.gov.kh erhalten konnten. Wichtig ist, dass die Einreise mit diesem Visum nur über bestimmte Grenzübergänge erlaubt ist. Am 21. Januar 2018 ging es dann von Da Nang nach Siem Reap.

Ankunft in Siem Reap, Kambodscha.
Ankunft in Siem Reap, Kambodscha.

Siem Reap

Mit einem Tuk-Tuk wurden wir vom Flughafen abgeholt und kamen gegen 17:00 Uhr in unserem Hotel, dem Chayra Angkor Hotel, an. Von dort hatten wir einen kurzen Weg in das Pub-Street-Viertel, wo es sehr viele Restaurants und Massage-Salons gibt. Die Massage-Salons sind mitunter sehr preiswert (nur 2 oder 3 US-Dollar pro Stunde), die Qualität variiert aber auch. Selbst in einem Salon kann man an eine gute oder eine weniger gute Masseuse gelangen, obwohl man das gleiche zahlt.

Mit dem Tuk-Tuk zum Hotel.
Mit dem Tuk-Tuk zum Hotel.

In der Pub Street gibt es viele Bars und Restaurants.
In der Pub Street gibt es viele Bars und Restaurants.

An Restaurants gibt es eine riesige Auswahl. Mir hat das Tradiotional Khmer Food Restaurant am besten gefallen. Hier gibt es lokale Gerichte wie das sehr gute Amok, welches als Nationalgericht gilt. Am zweiten Abend testeten wir noch eines der zahlreichen Barbecue-/Hot-Pot-Grill-Restaurants, bei denen auf einem kleinen Grill in der Tischmitte das Fleisch gebraten wird. Um den Grill gibt es noch eine Rinne für die Brühe, in der man das Gemüse kochen kann. Ich fand das Essen ganz okay, aber es dauerte recht lange, ehe wir wirklich zum Essen gekommen sind und das Fett spritzt ohne Ende, sodass wir die Kleidung inklusive uns selbst danach noch einmal waschen mussten.

Traditionelles Khmer-Essen.
Traditionelles Khmer-Essen.

Hot-Pot-Grill essen in Siem Reap.
Hot-Pot-Grill essen in Siem Reap.

Wer in Siem Reap Halt macht, muss wenig lokales Geld (kambodschanische Riel) mitnehmen, da alles in Dollar bezahlt werden kann. Bei einem Wechselkurs von ca. 4000 Riel = 1 US-Dollar gibt es bei einem Kaufpreis von 6000 Riel (also 1,50 USD), wo man 5 US-Dollar hingibt, interessanterweise 3 US-Dollar und 2000 Riel zurück. Grund ist vermutlich, dass nur mit Scheinen gehandelt wird und nicht mit Cent-Münzen.

Am ersten Tag in Siem Reap besuchten wir das Angkor National Museum, das ich nur jedem ans Herz legen kann bevor man Angkor Wat besucht. Es gibt hier so viele Hintergrundinformationen, sodass man danach sehr gut für den Besuch der Tempelanlage gerüstet ist und dort keinen Guide mehr benötigt. Der Eintritt kostet 12 US-Dollar plus 5 USD für den Audio-Guide, den ich auf alle Fälle empfehle. Insgesamt haben wir uns circa 3 1/2 Stunden in dem Museum aufgehalten, wobei wir uns Zeit gelassen haben, alles anzuschauen. Am interessantesten fand ich die Halle der großen Khmer-Könige, welche Angkor aufgebaut haben und zu der Attraktion machten, die sie heute ist. Aber auch die Hintergründe zu den religiösen Einflüssen aus Buddhismus und Hinduismus fand ich interessant.

Das Angkor National Museum.
Das Angkor National Museum.

Auf dem Rückweg zum Hotel sahen wir auf der Karte, dass es um die Ecke ein Miniatur-Angkor geben soll. Mit etwas Suchen fanden wir auch den Eingang, wo uns ein älterer Herr begrüßte. Wer ein Museum oder so etwas wie das Miniatur-Wunderland erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Für 1,50 USD führt Herr Dy Proeung die Besucher in seinen Garten und zeigt die Miniaturtempel, die er selbst in früheren Jahren aufgebaut hat. Dabei zeigt er voller Stolz seine Konzeptzeichnungen und Details, welche er in den 1970er-Jahren für seine Restaurationsarbeiten an der echten Tempelanlage anfertigte. Für seine Arbeit wurde er 1995 vom damaligen König auch ausgezeichnet. Die Geschichte von Dy Proeung ist interessant, aber man sollte von den Miniaturen keine Wunder erwarten. Drei Tempel (Angkor Wat, Banteay Srey und Bayon) stehen in seinem Garten, alle sind verwittert und teilweise etwas eingefallen – was dem ganzen aber einen gewissen Charme verleiht.

Dy Proeung zeigt stolz seine Miniaturbauten.
Dy Proeung zeigt stolz seine Miniaturbauten.

Miniatur-Angkor-Wat.
Miniatur-Angkor-Wat.

Am Nachmittag waren wir noch in der Produktionsstätte von Senteurs d'Angkor. In der Innenstadt von Siem Reap gibt es einen kleinen Laden, wo wir uns kostenlos ein Tuk-Tuk kommen lassen konnten, was uns etwas außerhalb der Stadt in einen Workshop brachte. Dort bekamen wir erklärt, wie die Boxen, Seifen und Gewürze hergestellt werden. Leider sahen wir oft nur das fertige Produkt, aber nicht den Produktionsprozess, der mich mehr interessiert hätte. Abgeschlossen wurde die kurze Führung mit einer Teeverköstigung und einem Besuch im Einkaufsladen. Preislich waren die Produkte aber alle sehr gehoben (auch für deutsche Verhältnisse).

Tempelanlage Angkor

Wer Angkor Wat und die umliegenden Tempel besuchen will, hat zahlreiche Möglichkeiten, den Trip zu gestalten. Ob per Tuk-Tuk, Auto oder Fahrrad, zuerst sollte man wissen, wie viele Tage man die Anlage besuchen will. Ein Tagesticket kostet 37 US-Dollar pro Person, ein Drei-Tage-Tickets 62 USD und eine Woche 72 USD. Alle wichtigen Informationen hierzu findet man im Blog Trip Angkor. Da wir nur zwei Tage in Siem Reap waren, entschieden wir uns für das Tagesticket.

Die Hotels und andere Agenturen bieten verschiedene Trips an. In unserem Hotel gab es eine kleine Tour mit den wichtigsten Tempeln für 20 US-Dollar und eine große Tour mit den restlichen Tempeln (angedacht für einen zweiten Tag) für 23 US-Dollar. Daneben gab es noch Angebote für die etwas weiter entfernt liegenden Tempel. Wir entschieden uns erst einmal für die kleine Tour. Zusätzlich buchten wir noch den Sonnenaufgang, der über Angkor Wat besonders schön sein soll.

Um 4:30 Uhr ging es dann mit dem Tuk-Tuk los. Zuerst fuhren wir zum Ticketcenter, welches um 5 Uhr aufmacht. Dort wurde schnell ein Foto von uns gemacht und wir erhielten unsere personalisierten Eintrittstickets. Dann ging es weiter in der Dunkelheit bis zum Westeingang von Angkor Wat, wo uns unser Fahrer absetzte. Obwohl der Weg komplett dunkel war, war es leicht den Weg zu finden, indem wir einfach den anderen Menschen folgten. Gegen 5:30 Uhr standen wir dann in Angkor Wat am Seerosenteich – und warteten. Die Sonne ging am Horizont ungefähr gegen 6:30 Uhr auf, gegen 7:30 Uhr ist die Sonne aber erst über den Türmen von Angkor Wat zu sehen. Wer also lieber etwas länger schläft, hat nichts verpasst, wenn er erst um 7 Uhr am Tempel ist.

Sonnenaufgang in Angkor Wat.
Sonnenaufgang in Angkor Wat.

Ein „paar“ Zuschauer warten mit uns auf die Sonne.
Ein „paar“ Zuschauer warten mit uns auf die Sonne.

Zu Angkor Wat kann ich wenig schreiben, außer dass der Tempel sehr beeindruckend ist. Er ist einfach riesig groß und wird auch heute noch für religiöse Zeremonien genutzt. In der Zeit ist der Turm – der höchsten Punkt des Tempels – für die Öffentlichkeit gesperrt. An den anderen Tagen dürfen die Besucher auf den Turm, müssen sich dafür aber eine halbe Stunde anstellen, da nur 100 Menschen gleichzeitig dort erlaubt sind.

In Angkor Wat.
In Angkor Wat.

Apsara in Angkor Wat.
Apsara in Angkor Wat.

Die Löwen wirken fast schon ägyptisch.
Die Löwen wirken fast schon ägyptisch.

Warteschlange für den Turm.
Warteschlange für den Turm.

Ausblick auf Angkor Wat.
Ausblick auf Angkor Wat.

Nach Angkor Wat ging es nach nach Angkor Thom, dessen Mittelpunkt der Bayon ist. Hier starrten uns 1000 Gesichter an, die bis zu 7 Meter hoch in Stein gehauen sind. Für mich war Bayon der beeindruckendste Tempel. Die Gesichter, die einen überall beobachten, und die kleinen verwinkelten Gassen ließen ein sehr schönes Indiana-Jones-Feeling aufkommen.

Das Südtor von Angkor Thom.
Das Südtor von Angkor Thom.

Götter des Schöpfungsmythos „Quirlen des Milchozeans“.
Götter des Schöpfungsmythos „Quirlen des Milchozeans“.

Die Gesichter begrüßen einen in Bayon.
Die Gesichter begrüßen einen in Bayon.

Ein weiterer, bekannter Tempel ist Ta Phrom. Die Anlage ist eher zerfallen und wird an zahlreichen Stellen durch Stahlträger gestützt, was ein bisschen baustellenartig wirkt. Dahinter konnten wir aber auch eindrucksvoll sehen, wie die Natur sich die verlassenen Tempel wieder zurückholt, weshalb es wohl auch als Kulisse für den Film „Tomb Raider“ benutzt wurde.

Bäume und Tempel in Ta Phrom.
Bäume und Tempel in Ta Phrom.

Noch mehr Bäume und Tempel.
Noch mehr Bäume und Tempel.

Die Natur holt sich die Tempel zurück.
Die Natur holt sich die Tempel zurück.

Bis zum Mittag besuchten wir auch noch den Tempelberg Baphuon (ebenfalls in Angkor Thom), die Terrasse der Elefanten sowie die kleineren Thommanon, Chau Say Tevoda, Ta Keo und Banteay Kdei.

Die Terrasse der Elefanten.
Die Terrasse der Elefanten.

Relief an der Terrasse der Elefanten.
Relief an der Terrasse der Elefanten.

Auf die Empfehlung unseres Fahrers Tora machten wir mittags im Banana Hut Restaurant halt. Das Essen war sehr gut (Curry aus einer Kokosnuss und das traditionelle Khmer Lok Lak) und das Entspannen auf den Matratzen direkt über einem Fischteich war so angenehm, dass wir nach dem Essen kaum noch hoch wollten.

Leckeres Essen aus einer Kokosnuss.
Leckeres Essen aus einer Kokosnuss.

Dennoch bot unser Fahrer uns an, für weitere 10 US-Dollar die große Runde zu machen (die normalerweise 23 US-Dollar kostet). Wir sagten zu und schauten noch zahlreiche weitere Tempel an: an einem See, in einem Wald, zerfallen und restauriert und so viel mehr, dass ich es gar nicht alles beschreiben kann. Offen gestanden waren es mir für einen Tag auch zu viele Tempel. Die kleineren sind zwar auch sehr nett anzuschauen, aber mit den drei großen oben hat man das Wichtigste von Angkor gesehen. Besser ist es wohl wirklich, sich die kleineren Tempel für einen eigenen Tag aufzuheben.

See mit Bäumen.
See mit Bäumen.

Kopflose Wächter bewachen den Eingang.
Kopflose Wächter bewachen den Eingang.

Erinnerungen an My Son: Linga und Yoni vereint.
Erinnerungen an My Son: Linga und Yoni vereint.

Gegen 16:30 Uhr ging es wieder zurück ins Hotel. Nach 12 Tempeln waren wir auch recht fertig. Dennoch war es eine wunderschöne Erfahrung. Wer in Kambodscha (oder der Nähe) ist, sollte unbedingt in Siem Reap Halt machen, um sich Angkor anzuschauen. Es ist absolut verständlich, dass die Tempel in der Region zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

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deesaster.org am : Südostasien und Umgebung 2018 – Willkommen in Thailand

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Thailand allgemein Wenn ich erzähle, dass wir in Thailand waren, kommt es mir so vor, als würde ich lügen, denn genau genommen waren wir nur vier Tage in Bangkok inklusive eines Tagesausflugs nach Ayutthaya. Insofern kann ich wenig zu dem Land und den Men

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