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Radtour durch Benelux 2019 – Teil 2: Luxemburg I

Das erste Mal in Luxemburg (Land)

Eigentlich wollte ich die Route nach Luxemburg über Bettembourg machen. Da ich aber wusste, dass ich am Folgetag ein paar Kilometer mehr fahren musste, kürzte ich etwas ab und fuhr bei Dudelange über die Grenze – die aber wie schon zuvor nach Frankreich nicht wirklich als solche zu erkennen war. Einzig ein Verkehrsschild mit den neuen Tempolimits wies mich darauf hin, dass ich jetzt in Luxemburg war.

In Luxemburg hatte ich mir eine Unterkunft in Esch-sur-Alzette gesucht. Meine Annahme war, dass es in Luxemburg-Stadt zu teuer ist und ein nahegelegener Ort deswegen besser wäre. Im Nachhinein stellte sich das als Fehler heraus. Zum einen war die per Airbnb gebucht Unterkunft echt grausig. Ich war 30 Minuten zu früh und so begrüßte mich der Mitbewohner in Unterhose liegend auf der Couch. Mit der Sauberkeit war es leider auch nicht so weit her, denn in der ganzen Wohnung klebte der Fußboden. Vor allem im Bad ließ ich die Socken (und später die Schuhe) an. Diese waren danach dreckiger als nach einem Tag auf dem Rad. Es war also nicht so angenehm, dort zu übernachten.

Zum anderen ist Esch-sur-Alzette keine schöne Stadt. Sie dient vermutlich eher dem normalen Arbeitsleben und Wohnen, weniger dem Sightseeing. In der Stadt fand gerade ein kleines Stadtfest statt mit Karussell, Riesenrad und einigen Essbuden. Da ich das nicht so interessant fand, bin ich lieber zum Bahnhof gelaufen, um dort mit dem Fahrstuhl nach oben und dann über eine moderne Brücke zum Stadtpark auf dem Gaalgebierg zu gelangen. Der Stadtpark ist sehr hübsch und ich konnte es mir mit einem Buch auf einer Bank bequem machen – zumindest nachdem der kurze Regenschauer vorbei war. Ich hatte auch etwas Zeit, die circa 1,5 Kilometer zum „Escher Deierepark“ zu laufen. Der kleine Tierpark ist kostenfrei und bietet vor allem lokale Tiere wie Rehe, Ziegen und Hasen. Aber auch Waschbären und Hochland-Rinder habe ich entdeckt. Der Park ist sicherlich nicht spektakulär, aber es war immerhin das Highlight von Esch-sur-Alzette.

Die Brücke in Esch-sur-Alzette.
Die Brücke in Esch-sur-Alzette.

Stadtpark auf dem Gaalgebierg.
Stadtpark auf dem Gaalgebierg.

Im Escher Deierepark gibt es auch Hochlandrinder.
Im Escher Deierepark gibt es auch Hochlandrinder.

190608_metz_eschsuralzette.png Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Strecke 70,2 km
Zeit in Fahrt 4:17 h
Höhenmeter 510 m auf, 275 m ab

Das erste Mal in Luxemburg (Stadt)

Am nächsten Tag gab es Frühstück beim Bäcker (wieder Pain au Chocolat) und es ging nach Luxemburg, in die Hauptstadt des Landes. Begrüßt wurde ich von der Gëlle Fra, einem Mahnmal am „Place de la Constitution“. Gleich daneben liegt die Kathedral Notre Dame, die ich aber nicht besuchte, sondern dort nur mein Rad für den Stadtrundgang abstellte.

Gëlle Fra am Place de la Constitution.
Gëlle Fra am Place de la Constitution.

Ich hatte mir leider nicht viel Zeit für Luxemburg genommen. Die Empfehlung im Touristencenter war daher vor allem die Kasematten anzuschauen. Diese in Fels gehauenen Höhlen dienten zu Verteidigungszwecken in diversen Kriegen. Auch wenn man die Höhlen alleine besichtigen kann, bevorzugte ich die Führung, bei der ich noch einige geschichtliche Hintergründe mehr erfahren konnte. In den unteren Teil der Stadt, nach Grund, bin ich nicht gegangen, dafür war der Weg „Chemin de la Corniche“ zurück zu meinem Rad echt sehr schön. Von hier hatte ich einen tollen Blick auf das Petruss-Tal, die Alzette und die Stadtmauer.

Blick auf das Petruss-Tal und die Alzette.
Blick auf das Petruss-Tal und die Alzette.

Stadtmauer und Kasematten von Luxemburg.
Stadtmauer und Kasematten von Luxemburg.

Luxemburg als Stadt hat mir sehr gut gefallen. Im Nachhinein weiß ich, dass die Übernachtung in Esch-sur-Alzette ein Fehler war. Und leider hatte ich aufgrund meiner weiteren Wegplanung auch nicht mehr Zeit, um mir Luxemburg anzuschauen. Aber es muss ja einen Grund geben, noch einmal einen Wochenendtrip in diese schöne Stadt zu machen.

Auf der Suche nach den Wölfen

Von Luxemburg wollte ich ursprünglich bis nach Echternach an der deutschen Grenze, dort ein Zimmer nehmen und mir in Ruhe die Wolfsschlucht anschauen (die nichts mit echten Wölfen zu tun hat). Leider waren in Echternach alle Zimmer belegt. Also entschied ich, nur „schnell“ zur Schlucht zu fahren, diese „kurz“ zu durchqueren und woanders ein Zimmer zu suchen (siehe unten). Auf dem Weg nach Echternach begegneten mir viele Wanderer und auch in Echternach war sehr viel los, was erklärte, wieso ich kein Zimmer mehr finden konnte. Da die Schlucht ein Teil des Mullerthal Trails ist, ist in der Wandersaison in Echternach vermutlich immer viel los.

Nach zweieinhalb Stunden war ich in Echternach und wollte die Schlucht besuchen. Erst fand ich nicht den richtigen Eingang und dann schien ich die Schlucht auch noch falsch herum abzulaufen. Die Beschilderung war da nicht ganz eindeutig. Der Weg führte jedenfalls durch sehr viel Wald bis zur Wolfsschlucht. Die steilen Wände und die provisorischen Treppen sind schon beeindruckend – und anstrengend zu laufen. Aber den Weg dorthin und danach zurück fand ich eher nicht so spannend, da es keinerlei Aussicht zu genießen gab. Hauptsächlich lief ich eben durch sehr viel Wald. Die Bergtouren im Balkan haben mir da wesentlich besser gefallen.

Schlucht auf dem Weg nach Echternach.
Schlucht auf dem Weg nach Echternach.

Die Wolfsschlucht.
Die Wolfsschlucht.

Nach dem strammen Fünf-Kilometer-Fußmarsch ging es zurück aufs Rad. Mit günstigen Zimmern war die Region leider nicht gesegnet, sodass ich nicht einmal an der Sauer, entlang meines eigentlichen Weges, bleiben konnte. Das „woanders“ von oben lag daher 20 Kilometer landeinwärts in Larochette (deutsch: Fels) über ein paar Hügelketten. Immerhin gab es ein preiswertes Einzelzimmer in der dortigen Jugendherberge.

Die Burg in Larochette.
Die Burg in Larochette.

190609_eschsuralzette_larochette.png Copyright: OpenStreetMap-Mitwirkende, Lizenz: CC-BY-SA 2.0
Strecke 89,9 km
Zeit in Fahrt 5:10 h
Höhenmeter 1145 m auf, 1125 m ab

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