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Südostasien und Umgebung 2018 – Bali

Bali allgemein

Mit Indonesien verbindet mich Einiges: Als Programmierer kenne ich natürlich das Buch Java ist auch eine Insel, an meiner Arbeit hieß mein zweiter Entwicklungsrechner Madura (nach Madagaskar und vor Mili) und als Brettspieler bin ich natürlich auch schon über Bali gestolpert. Letztgenannte Insel sollte auch den Abschluss für unsere zweimonatige Auszeit bieten. Die Wahl fiel auf Bali, weil meine Freundin bereits dort war und sowohl ihre Erzählungen als auch die Bilder mir sehr gut gefallen haben. Bali bietet von allem etwas (Architektur, Natur, Kultur und Entspannung) und fasst daher unsere gesamte Reise sehr gut zusammen.

Die Einreise nach Indonesien gestaltet sich rechtlich sehr einfach, da wir als Touristen für 30 Tage visumfrei einreisen durften. Etwas mehr Sorgen hatten wir dagegen bei der Mitsprache der Naturgesetze, da der Vulkan Agung bereits seit September 2017 verstärkt aktiv war. Drei Tage vor unserer Einreise am 16. Februar 2018 brach der Vulkan erneut mit einer riesigen Aschesäule aus. Insofern beäugten wir das Geschehen den gesamten Urlaub über von den anderen Ländern aus etwas kritisch. Glücklicherweise gab es weder bei der An- noch Abreise irgendwelche Probleme.

Wunderschönes Ubud

Am Nachmittag landeten wir mit dem Flieger aus Kuala Lumpur in der Hauptstadt Denpasar auf Bali. Von dort holte uns Suka ab, ein Fahrer, den meine Freundin bereits auf ihren Reisen zuvor in Bali gebucht hatte. Mit ihm ging es nach Ubud ins Angga Homestay, wo wir zwei Nächte verbrachten. Das Homestay hat mir sehr gut gefallen, weil es abseits der großen Straße in einer kleinen Gasse liegt und sehr verwinkelt die balinesische Architektur zeigt. Ein Haus in Bali besteht nicht nur aus einem Gebäude, sondern aus vielen kleinen Gebäuden, von denen jedes eine spezielle Funktion innehat (Küche, Schlafzimmer etc.). Und auch der Grundstückseingang mit zwei großen, reich verzierten Pfeilern führte in Ubud bei mir öfters dazu, dass ich nicht sicher war, ob ich jetzt einen Tempel oder ein Wohnhaus vor mir habe. Und so stimmte mich das Homestay sehr positiv auf Bali ein.

Unsere Unterkunft in Ubud.
Unsere Unterkunft in Ubud.

Eingang zu einem Wohnhaus.
Eingang zu einem Wohnhaus.

Am nächsten Tag wollten wir Ubud auf eigene Faust erkunden. Okay, zumindest ich, denn meine Freundin kannte die Stadt schon – was sich für mich natürlich als praktisch erwies, einen persönlichen Reiseführer dabei zu haben. Ubud selbst ist eher sehr länglich von Norden nach Süden aufgebaut und am Ende durch Querstraßen verbunden, sodass sich eine O-Form ergibt. Zuerst besuchten wir den Palast, in dem gerade die Vorbereitungen für eine der festlichen Feuerbestattungen stattfand. Anfang März sollten die Vorbereitung mit einem riesigem Turm fertig sein und ein Mitglied der Fürstenfamilie bestattet werden (siehe Video). Wir konnten zwar nicht bis März bleiben, aber am Folgetag auf unserem Weg nach Sanur sahen wir eine andere, wenn auch kleinere Bestattungszeremonie auf ihrem Weg zur Verbrennung.

Zug zu einer Feuerbestattung.
Zug zu einer Feuerbestattung.

Tempel Pura Taman Saraswati in Ubud.
Tempel Pura Taman Saraswati in Ubud.

Vom Palast aus gingen wir weiter Richtung Norden und es dauerte kaum hundert Meter und wir standen direkt in den Reisfeldern. Das war für mich auch das Besondere an Ubud. Wie beim Homestay trifft man gleich hinter der Straße auf eine völlig andere Welt. Und so war es auch mit den Reisfeldern, die vor allem nach der Enttäuschung in Sapa in Vietnam umso bewundernswerter auf mich wirkten. Vor allem Abends in den Restaurants ist es toll, wenn man nach hinten raus direkt an der Natur sitzen kann. Am Ende des kurzen Rundwegs kamen wir wieder am Palast an. Die Straße war mit Steinen gepflastert, in denen Touristen Grüße hinterlassen haben – wir konnten auch einige aus Deutschland sehen.

Weg durch die Reisfelder.
Weg durch die Reisfelder.

Grüße von Touristen auf dem Weg.
Grüße von Touristen auf dem Weg.

Eingang zu einem Tempel.
Eingang zu einem Tempel.

Zurück in der Stadt zog es uns direkt wieder hinaus, dieses Mal auf den Campuhan Ridge Walk. Der Höhenweg ist vor allem am Anfang sehr schön, nach circa anderthalb Kilometer gibt es ein paar Cafes, von denen wir das Karsa Kafe mit einem wunderschönen Ausblick aussuchten. Danach hatten wir die Wahl, entweder den Weg wieder zurückzulaufen, was uns langweilig erschien, oder einen Rundweg mit Überquerung der Schlucht zu laufen. Wir entschieden uns für den Rundweg, der aber nicht sehr sehenswert war und hauptsächlich an einer Straße entlangführte. Immerhin das Ziel des Rundwegs war die Reise wert: Im Sedona Spa konnten wir mit Blick auf die Reisfelder eine extrem entspannende, balinesische Massage genießen. Die Einrichtung kann ich nur jedem empfehlen, der einmal in Ubud ist. Danach ging es mit dem Spa-Taxi zurück in die Stadt.

Campuhan Ridge Wanderweg.
Campuhan Ridge Wanderweg.

Kurze Pause in den Reisfeldern.
Kurze Pause in den Reisfeldern.

Ausblick von der Massage-Bank im Sedona Spa.
Ausblick von der Massage-Bank im Sedona Spa.

Ich machte noch einen Abstecher allein in den Monkey Forest Ubud. Hier konnte ich sehr, sehr viele Affen in einer wunderschönen Umgebung sehen. Leider war ich erst 17:30 Uhr dort und der Park schloss bereits um 18 Uhr und zusätzlich dämmerte es schon etwas, sodass ich mir leider nicht die volle Zeit nehmen konnte, die der Monkey Forest verdient hätte. Die Affen sind teils sehr frech, einer sprang mir sogar auf den Rucksack. Da ich aber nichts „Klaubares“ dabei hatte und einfach – sehr langsam und vorsichtig – weiterging, verlor der kleine Dieb bald das Interesse an mir.

Ein Affe im Monkey Forest.
Ein Affe im Monkey Forest.

Und noch ein Affe.
Und noch ein Affe.

Tempel, Reisterrassen und Wasserfälle

Von Ubud nach Sanur sind es gerade einmal 23 Kilometer. Wenn man wie wir aber einen „Abstecher“ über die Reisfelder und Wasserfälle im Norden der Insel machen will, sollte man schon einen Tag einplanen. Suka holte uns wieder ab. Auf dem Weg in den Norden machten wir zuerst am Taman Ayun Tempel Halt, der als einer der schönsten Balis gilt. Für 20.000 Indonesische Rupien (ca. 1,15 Euro) konnten wir das Gelände besuchen und vor allem die eindrucksvollen Türme bestaunen.

Taman Ayun Tempel.
Taman Ayun Tempel.

Vishnu reitet auf Garuda.
Vishnu reitet auf Garuda.

Auch wenn Ubud schöne Reisfelder hat, sind die Jatiluwih Reisterrassen um einiges beeindruckender. So in etwa hätte ich mir auch Sapa in Vietnam bei Sonnenschein und voller Blüte vorgestellt. So weit das Auge reicht nur grüne Felder und im Hintergrund die Berge. Die 40.000 Rupien (ca. 2,30 Euro) haben sich auf alle Fälle gelohnt und der anderthalb Kilometer lange Spaziergang durch die Felder hätte gerne länger dauern können – aber wir hatten ja noch mehr vor.

Die wunderschönen Reisterrassen …
Die wunderschönen Reisterrassen …

… von Jatiluwih.
… von Jatiluwih.

Danach fuhren wir zum Tempel am See Pura Ulun Danu Bratan. Das Tempelgelände ist sehr schön und beeindruckt mit dem See und den Bergen im Hintergrund. Wir schlenderten für 50.000 Rupien (ca. 2,90 Euro) eine ganze Weile durch die Anlage und setzen uns auch einfach mal hin, um den Tempel und die Natur auf uns wirken zu lassen.

Tempel Pura Ulun Danu Bratan.
Tempel Pura Ulun Danu Bratan.

Am Danau Bratan See.
Am Danau Bratan See.

Ziel der Reise nach Norden waren die Sekumpul Wasserfälle. Zuerst wurden wir im Süden des Ortes gestoppt und eine Reiseführergruppe wollte ihre Dienste (Reiseführer, Schaukeln über Abgrund, Baden im See) für 250.000 Rupien (ca. 15 Euro) anbieten. Nur, um den Wasserfall anzuschauen – was uns ausreichte – sollten wir 150.000 Rupien bezahlen. Uns erschien das zu viel, zusätzlich zeigte mir OpenStreetMap, dass es einen Nordeingang gibt, über den wir besser zu den Wasserfällen kommen sollten. Auf dem Weg dorthin wurden wir erneut gestoppt und uns ein überteuertes Reiseführer-Paket angeboten, was wir wieder vehement ablehnen mussten. Endlich am Nordeingang angekommen, wurden wir wiedermal angesprochen, und ich ignorierte jede Aussage, weil mir dies einfach nur wie Abzocke vorkam. Wir machten uns also alleine auf den Wege und kamen nach kurzer Zeit zu einem kleinen Ticketstand, an dem wir für 20.000 Rupien „Eintritt“ für den Wasserfall zahlten. Nach circa 15 Minuten Fußweg fanden wir einen Aussichtspunkt, von dem wir die Wasserfälle sehr schön sehen konnten. Das reichte uns auch vollkommen aus, wir mussten nicht bis zum Wasserfall selbst laufen, was noch einmal eine Strecke gewesen wäre. Hier sollte also jeder aufpassen, dass er sich nicht etwas Unsinniges aufschwatzen lässt.

Sekumpul Wasserfälle.
Sekumpul Wasserfälle.

Ein weiterer, positiver Aspekt: Auf dem Weg zu den Wasserfällen kamen wir an einem kleinen Shop mitten im Wald vorbei, der Tee und Kopi Luwak zu einem moderaten Preis anbot. Ob es sich jetzt wirklich um echten Luwak-Kaffee handelte, weiß ich nicht, aber er schmeckte den Beschenkten daheim zumindest gut.

Danach machten wir uns auf den Rückweg und kamen erst am Abend gegen 19:30 Uhr im Hotel Parigata in Sanur an, in dem wir die letzten drei Nächte verbrachten.

Abschluss in Sanur

Sanur ist ein Strandort am Meer und lässt sich gut mit dem Rad erkunden. Also mieteten wir zwei Fahrräder für 60.000 Rupien (ca. 3,50 Euro) und fuhren in den Süden Sanurs auf die Schildkröteninsel Pulau Serangan. Der Weg dorthin geht an einer großen Straße vorbei, aber der Großteil der Strecke ist gefahrlos mit dem Rad zu bereisen. Auf der Insel besuchten wir das Turtle Conservation and Education Centre. Der Eintritt kostet nichts und wir wurden kurz zu den einzelnen Becken geführt, in denen verletzte und kranke Schildkröten wieder aufgepeppelt werden. Wichtig: Es handelt sich um keinen Zoo oder Ähnliches, sondern um eine Hilfseinrichtung. Dementsprechend karg und spärlich sieht das Ganze auch aus, aber die Arbeit ist dennoch wichtig, denn sehr viele Schildkröten werden im Meer durch Plastikmüll, den sie fressen, gefährdet, ebenso wie durch den Schiffsverkehr. Zusätzlich werden viele wilde Schildkröten illegal gefangen und zu Essen oder der Panzer zu Schmuck verarbeitet.

Turtle Conservation and Education Centre.
Turtle Conservation and Education Centre.

Eine kranke Schildkröte ohne linke Vorderflosse.
Eine kranke Schildkröte ohne linke Vorderflosse.

Schildkröte aus der Nähe.
Schildkröte aus der Nähe.

Die restliche Zeit in Sanur sind wir durch die Stadt geschlendert, haben Massagen genossen, waren essen und haben einfach die letzten Tage entspannt, bevor es über Singapur zurück nach Deutschland ging.

Strand in Sanur.
Strand in Sanur.

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deesaster.org am : Südostasien und Umgebung 2018 – Zusammenfassung und Übersicht

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Zusammenfassung Was ich alles gelernt und erlebt habe in den zwei Monaten in Südostasien, kann ich gar nicht im Detail beschreiben. Einiges ist auch im Hinterkopf verschwunden und erst bei passender Gelegenheit poppt es wieder hoch. Alles in allem war es

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